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Verlagsportrait



Zur Verlagsgeschichte

Auf Initiative von Hubert Ettl trafen sich 1987 in Viechtach Autoren, Künstler, Musiker, Kulturinteressierte sowie politisch engagierte Mitglieder von Bürgerinitiativen, um die Chancen einer "kritischen Kulturzeitschrift für den Bayerischen Wald" zu diskutieren. Der Kulturverein Bayerwaldforum wurde gegründet, der u.a. die Herausgabe der neuen regionalen Zeitschrift ermöglichen sollte. Kurz vor Jahresende 1987 erschien dann die Startnummer des Magazins lichtung. Das Magazin, das "keine brave Kulturzeitschrift auf Hochglanz sein" wollte, wie es im ersten Editorial hieß, erschien zunächst im Zweimonatsrhythmus. Schon ein Jahr später stellte sich heraus, dass die Beschränkung auf den Bayerischen Wald nicht sinnvoll war. Das Einzugsgebiet wurde auf Ostbayern ausgeweitet und der Titel in ostbayerisches magazin lichtung umbenannt.

Als anspruchsvolles und vor allem auch politisch aufmüpfiges Magazin stand die Zeitschrift von Anfang an auf wackeligen finanziellen Beinen, öffentliche Förderungen waren nicht in Sicht, die Zeitschrift musste auf ein finanziell sichereres Fundament gestellt werden. Eine größere Kapitalbasis war auch deswegen nötig geworden, da ab 1989 in der edition lichtung Bücher verlegt wurden. So verkaufte das Bayerwaldforum die Verlagsgeschäfte im Januar 1990 an die neu gegründete lichtung verlag GmbH, deren Gesellschafter der Verein und die Redakteure wurden.

lichtung verlag Viechtach
Bei der ersten Buchvorstellung 1989: Verleger Hubert Ettl und Herbert Pöhnl.

Das ostbayerische magazin lichtung, das seit 1996 vierteljährlich erscheint, ist zwar ein in seiner Auflage kleines Magazin geblieben, hat sich aber einen Namen gemacht. Trotz einiger finanzieller Krisen hat das Magazin bis heute überlebt und ist wichtiges Diskussions- und Kulturforum für ganz Ostbayern. Ohne das Engagement der Redakteure und vieler Mitarbeiter in der Region wäre dies nicht möglich gewesen.

Den Kern der lichtung-Redaktion bilden seit der Gründung: Hubert Ettl, der Initiator und Hauptgesellschafter des Verlags, Eva Bauernfeind, freiberufliche Lektorin und Übersetzerin, seit Sommer 2004 verantwortliche Redakteurin des Magazins, Joachim Linke, Deutschlehrer, Autor und passionierter Trekking-Radler, der Musiker und Musiklehrer Harald Dobler sowie der Architekt Hans Haslsteiner. Seit 2011 verstärkt die Journalistin und Mitarbeiterin des lichtung verlags Kristina Pöschl die Redaktion, seit 2012 ist die Wirtschaftsfachwirtin und Autorin Bettina Kraus dabei. 

Die lichtung verlag GmbH hat zum 1. Januar 2014 eine Veränderung erfahren: Nach über 25-jähriger Tätigkeit gab Hubert Ettl die Geschäftsführung an die beiden Mitarbeiterinnen Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl ab. Hubert Ettl steht dem Verlag weiterhin durch Mitarbeit und Rat sowie als Herausgeber zur Verfügung.

Bauernfeind Pöschl Ettl
Die drei Mitarbeiter des lichtung verlags heute: Eva Bauernfeind, Kristina Pöschl und Hubert Ettl. (Foto: Herbert Pöhnl)
Für die Aboverwaltung und Buchhaltung ist Petra Bauernfeind zuständig.


Buchprogramm

Nach Sigi Zimmerschieds Ausschwitz'n, erschienen im Mai 1990, und Schwer ist leicht was von Ottfried Fischer folgten Gedichtbände ostbayerischer Autoren, Kunstbücher und -mappen und die Reihe der ReiseLeseBücher. Unter dem Eindruck der Öffnung zum Ostblock startete diese Reihe 1991 mit Böhmen. Blick über die Grenze. Als erstes gemeinsames Projekt von tschechischen Autoren, die im Land geblieben waren, von Exilautoren, sudetendeutschen und bayerischen Autoren und Fotografen ist das Buch selbst zum Dokument jener ersten Phase nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geworden. Auf Böhmen folgten die ReiseLeseBücher Bayerischer Wald, Oberpfalz, Niederbayern, München und Böhmerwald. Mit diesen Lesebüchern wurde eine vielgelobte eigene Mischung aus Reiselektüre und literarischer Anthologie sowie anspruchsvoller Schwarzweißfotografie geschaffen. 2011 wurde die Reihe mit einem völlig neuen Band Bayerischer Wald wiederaufgenommen, in größerem Format und mit neuem Gesicht. Geblieben ist das Konzept eines vielseitigen Zusammenspiels von Texten und Schwarz-Weiß-Fotografien. Im Jahr 2013 folgte ein neues ReiseLeseBuch Niederbayern.

Neben diesem "Herzstück" des Verlags wird ein vielfältiges Belletristikprogramm gepflegt: Erzählungen, Romane (u.a. von Bernhard Setzwein, Marianne Hofmann, Friedrich Brandl, Albert Sigl), Lyrik in bairischer Mundart und Schriftdeutsch; Gedichtbände anerkannter bayerischer Lyriker (Harald Grill, Margret Hölle) stehen neben Neuentdeckungen wie Margarete Heiß, Károly Koller und Roland Scheerer. Der lichtung verlag, der die Schwarzweißfotografie bevorzugt, setzte mit seinen Fotobänden HinterBayern von Herbert Pöhnl und Waldland von Bruno Mooser Zeichen: Sie zeigen den Bayerischen Wald jenseits von folkloristischen Klischees, fangen Tradition und Veränderung ein. Ein dritter Schwarzweißband von Hubert Ettl mit historischen Fotografien zu den frühen Industrien im Bayerischen Wald ergänzte diesen neuen Blick auf die Region.

Verlagsautoren und Musiker bei der Literaturrevue in Viechtach: 
Links 2004 mit (v.l.) Manfred Kempinger, Friedrich Brandl, Bernhard Setzwein (verdeckt), Erwin Rehling, Harald Grill, Norbert Vollert, Bertl Wenzl,
Vatzlav Maidl, Armin Kratzert, Josef Hrubý und Karl Krieg.
Rechts 2005 mit (v.l.) Margret Hölle, Barbara Krohn, Bernhard Setzwein, Albert Sigl und Hubert Ettl.


Die zeitgeschichtliche Spurensuche wird vor allem mit biografisch-orientierten Sachbüchern betrieben und gilt besonders dem schlimmsten Kapitel deutscher Geschichte, der Zeit des Nationalsozialismus. Nach Mark Sterns Bericht Rückkehr nach Flossenbürg erschienen 1998 Otto Schwerdts Lebenserinnerungen Als Gott und die Welt schliefen, die inzwischen zum Bestseller des Verlags geworden sind. Der Rundfunkjournalist Thomas Muggenthaler hat zwei Büchern den Zwangsarbeitern in Bayern gewidmet; gerade sein jüngstes Buch Verbrechen Liebe über die Beziehungen von polnischen Zwangsarbeitern zu deutschen Frauen, die Hinrichtung der Zwangsarbeiter und die Schicksale der deutschen Frauen hat für große Aufmerksamkeit gesorgt.

2008 hat der kleine, von Eugen Oker und seiner Frau Maria Gebhardt gegründete Münchner Verlag Kuckuck & Straps eine neue Heimat beim lichtung verlag gefunden. Kuckuck & Straps wird als eigene Reihe innerhalb des Buchprogramms des lichtung verlags betrieben: Veröffentlicht werden Neuausgaben von Eugen Okers Werken sowie Bücher anderer bayerischer Autoren, die schon früher bei anderen Verlagen verlegt worden waren.

Trotz all der Konzentration und Schnelllebigkeit, trotz Buchschwemme und Bestsellerwahn in der Branche hat das Buchprogramm des lichtung verlags in einer Nische eine kleine Erfolgsgeschichte geschrieben: Mit dem Programm einer anspruchsvollen, nichttümelnden regionalen und bayerischen Literatur konnte der Verlag als bayerischer Provinzverlag seinen Platz behaupten.


Auszeichnungen
für Verlag und Verlagsleiter Hubert Ettl:

2001 Silbergriffel der Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.V. für Hubert Ettl
2005 Kulturpreis Bayern der EON AG für Hubert Ettl
2009 Literaturpreis des Oberpfälzer Jura für das magazin lichtung
2010 Preis des Freistaates Bayern für einen bayerischen Kleinverlag
2011 Dominicus-von-Linprun-Medaille der Stadt Viechtach für den lichtung verlag


Bei der Auszeichnung mit dem Preis für einen Bayerischen Kleinverlag im Literaturhaus München 2010:
Links Hubert Ettl, Gerd Holzheimer, Bernhard Setzwein und Literaturhauschef Reinhard Wittmann im Werkstattgespräch.
Rechts bei der Verleihung mit Reinhard Wittmann, Hubert Ettl, Minister Wolfgang Heubisch und Wolf Dieter Eggert,
Vorsitzender Landesverband Bayern des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.


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