Thomas Muggenthaler: Wir hatten keine Jugend

13,20 EUR
inkl. 7% MwSt.

Thomas Muggenthaler
Wir hatten keine Jugend
Zwangsarbeiter erinnern sich an ihre Zeit in Bayern


Vorwort Ch. Lindenmeyer, Einleitung U. Fritz, 208 S., 28 Fotos, 13,20 Euro, ISBN 978-929517-56-9


Der Rundfunkjournalist (BR) porträtiert ca 30 Zwangsarbeiter aus Osteuropa, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Bayern eingesetzt waren. Er hat sie auf Reisen nach Polen besucht oder bei Besuchen in Regensburg getroffen. Aufgenommen sind auch 3 Porträts von Zwangsarbeitern, die nach 1945 in Deutschland geblieben sind. Briefe aus Polen von ehemaligen Zwangsarbeiters ergänzen den Band.

Christoph Lindenmeyer, Leiter der Hauptabteilung Kultur im Bayerischen Rundfunk, hat das Vorwort zu diesem Buch, in dem die Betroffenen subjektiv zu Wort kommen, verfaßt und Ulrich Fritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, gibt in der Einleitung einen Überblick zum Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.



Thomas Muggenthaler, geboren 1956, aufgewachsen in Waffenbrunn und Cham, Studium der Politischen Wissenschaften und Soziologie. Er arbeitet als Journalist beim Bayerischen Rundfunk, lebt in Regensburg. Autor zahlreicher zeitgeschichtlicher Hörfunksendungen, fünf Radiodokumentationen sind 2009 in der BR-Radioedition dem vergessen entrissen (CD-Box) zusammengefasst. Im lichtung verlag ist 2010 außerdem das Buch Verbrechen Liebe erschienen.


Vorwort von Christoph Lindenmeyer

Einleitung von Ulrich Fritz

I. Spurensuche in Polen

„Ich kenne alles Rosenthal-Porzellan"
Wieslaw Jankowski: Von Warschau zur Porzellanfabrik Rosenthal in Selb
„In Selb wurde ich völlig grau!"
Henryka Doktorow: Von Hutschenreuther in Selb zur Brandl-Brauerei in Regensburg
„Wir hatten keine Jugend!"
Stefan Spizak: Bei Bauern in Kiefenholz bei Wörth an der Donau
„Ein zerbrochenes Leben!"
Marian Makijewski: Fünf Jahre auf einem Bauernhof in Bärnau bei Passau
„Es gab keinen Weg zurück"
Ryszard Macinski: Mit den Pferden der Warschauer Rennbahn nach München
„Auf dem Transport habe ich meine Tochter geboren"
Zofia Winiarska: Bei den Englischen Fräulein in Passau
„Wenn ich einsam war, ging ich an den See"
Wladyslaw Zientara: Der Klosterarbeiter von Dießen am Ammersee
„Die Schwestern waren gute Frauen"
Maria Lupiniec: Bei den Missions-Dominikanerinnen im Kloster Schlehdorf
„Es war nicht leicht, ein Sklave zu sein"
Janusz Wilczynski und Romana Kalinska: Mit den Eltern nach Augsburg
„Sie haben uns wie Hunde behandelt"
Lucyna Zebrowska: Bei der Reichsbahn in Reichertshofen/Wolnzach
„Wir haben auch die Würmer gegessen"
Boleslaw Lament und Stanislaw Grominski in Gefangenenlagern in Nürnberg, Weiden und Deggendorf
„Ich musste unserer Mutter den Bruder zurückbringen!"
Mieczyslaw Ciechonski: Bei Messerschmitt im KZ Flossenbürg

II. Briefe aus Polen

von Helena Szustakowska, Anna Nubert, Maria Sankowska, Tadeusz Sanocki, Stanislaw Krochmal, Franziska Moska, Jan Piskorz, Marian Martuszewski, Janina Malecka, Andrzej Urban, Josefa Jadwiga Majzner, Kazimierz Szmal, Maria Balicka, Maria Gronostaj, Marcin Czarnecki, Wanda Jamont-Chilecka, Krystyna Zielinska, Boleslaw Grzesiak

III. Besuch in Regensburg


„Die Musik hat mir gut getan!"
Die Tschechen Jiri Krupicka und Ales Kricka im Regensburger Stadttheater
„Der Tod des Dompredigers hat die Leute erschüttert"
Bronislaw Rewucki: Beim Bäcker von Ziegetsdorf
„Ich betete oft in der Kapelle"
Maria Kaminska: Wiedersehen mit der Familie Schlegl in Kager
„Nirgends ist es wie im Kalkwerk"
Czeslaw Stepora: Das Kalkwerklied aus Regensburg
„Es war beruhigend, dass meine Mutter da war"
Wladimir Hladun: Im Alter von elf Jahren zur Reichsbahn
„Die Erinnerungen bleiben das ganze Leben lang"
Zinaida Tschapran: Von der Kartonfabrik bei Kelheim in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll
„Mit der Zeit sind die Albträume verschwunden"
Nina Wlasenko: Bei Messerschmitt verhaftet und von der Gestapo verprügelt
„Ich habe mich nie dafür geschämt"
Anna Sliptschenko-Burlatschenko: Von Regensburg aus in Stalins Gulag
„Die Erde bebte"
Iwan Grudinski: Der Bombenangriff vom 17. August 1943
„Ich wollte Regensburg vergessen!"
Valentina Lukaschik: Unter falschem Namen nach Deutschland
„Mein Mann hat mir geschrieben, dass er stirbt"
Sofia Leonowitsch: Trotz des Verbots zu ihrem Mann nach Neumarkt gefahren
„In Regensburg habe ich einen Schock erlitten"
Raissa Wieczorek: In Neumarkt inhaftiert, in Nürnberg 1945 geheiratet
„Es gelang mir, ins Kino zu kommen"
Nina Downar und Vera Nesterowa: Aus einem Waisenhaus in Minsk
„Der Bauer hat verstanden, dass wir Kinder waren"
Jewgenija Nawrockaja: Auf dem Hof der Familie Froschhammer in Irl
„Dem Müller von Obernzell verdanke ich mein Leben!"
Viktor Lubennikow: Von Weiden über Regensburg und Obernzell ins KZ Flossenbürg

IV. Geblieben

„Ich war jung und verliebt!"
In Pullach geblieben: Larissa Fischer, ein Hausmädchen aus der Ukraine
„Ich bin immer noch der Polen-Lugg"
Ludwig Bzukala: Seit 1940 in Thalmassing
„Ich hab niemandem gesagt, dass ich ein KZler bin"
Julek Kissil aus Nürnberg: Schuster im KZ Flossenbürg
Onlineshop by Gambio.de © 2012