Josef Hrubý: Den Kopf voll Safran

10,20 EUR
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Josef Hrubý
Den Kopf voll Safran
Gedichte

Übersetzungen aus dem Tschechischen von Waltraud Seidlhofer, Inge Lokay, Christa Schmitt, 80 S., 10,20 Euro, ISBN 978-3-929517-76-7


Der Gedichtband ist ein Sammelband, in den der Zyklus „Salve“ (1994) sowie jeweils Auszüge aus Hrubýs Gedichtzyklen „Nocturna“ (1994), „Yorick“ (1995), „Osoby“ (2004) aufgenommen sind.




Josef Hrubý ist einer der bekannten tschechischen Lyriker, er hat sein Land z.B. beim großen kolumbianischen Poesiefestival 2002 in Medellin und beim „Litertaturzug“ von Lissabon nach Berlin im Jahr 2000 vertreten.

Geboren 1932 in Cernetice (Südböhmen), war Hrubý zunächst Direktor der Bezirksbibliothek in Pilsen; nach dem Ende des Prager Frühlings verlor er diese Stelle und bekam Publikationsverbot. Er arbeitete dann im Bereich des Denkmalschutzes, lebt in Pilsen.
Er ist Mitglied des tschechischen PEN, Vorsitzender des Zentrums westböhmischer Schriftsteller; 2002 und 2005 wurde er mit dem Bohumil-Polan-Literaturpreis der Stadt Pilsen ausgezeichnet. Sein umfangreiches lyrisches Werk, das in viele Sprachen übersetzt wurde, stellte er auf zahlreichen Reisen ins Ausland vor, u.a. in Belgien, Frankreich, Kolumbien, Italien, Portugal, Rußland, Spanien und nicht zuletzt in Deutschland auf über 200 Lesungen.


Lektüre

Ich zitterte
ist da wirklich nicht noch jemand
bei mir
der mir die Seiten umblättert
im Ovid
ist da nicht noch jemand dritter
der mir die Petroleumlampe hält
deren Licht hüpft durch kurze Zeilen
und ist da nicht noch jemand
der mir die Hand auf die Schulter legt
und sagt: Lösch aus es ist vorbei
geh schon schlafen

Das Licht erlischt

 
Farben

Ein graues Gedicht kann man nicht schreiben
Das grüne schreibe dir ab
Ein schwarzes Gedicht: lieber nicht denken
Lila Gedicht: liebe mich bis über das Grab
Ein weißes Gedicht: Salz auf dem Tisch
oder Kapitän Scott auf dem Südpol
Ein rosa Gedicht: der Narr kann lachen
von links nach rechts und umgekehrt
Ein goldenes Gedicht: Stradivari
begossen mit grusinischem Cognac
Ein gelbes Gedicht: wo habe ich
meine Tabatiere verloren
Ein blaues Gedicht: von Ich liebe zu Ich liebe nicht
sind es nur zwei Sekunden
Purpurrotes Gedicht: die Lampe leuchtet und du schläfst
mit offenem Buch
Ein braunes Gedicht: spärlich besuchte Landschaft
Ein graues Gedicht kann man nicht schreiben

 
Z.W.

Nimm dir die Brille aufs Land
damit du besser die Finsternis siehst
die verdienstvolle Freundin
Kupferstiche
und die Kerne der Thujen
wie sie wuchsen entlang der Schultern
und verschwanden in der Verbannung
gemeinsam mit den Göttern

 
B.Z.

Ich habe einen Stein auf dem Hirn
er sitzt wie ein Rabe
im bequemen Feld
voll Kartoffeln
Werde ich feilschen?
Gewiss


Herr P.

Beim Gericht
wartet schon jedermann
auf seinen Fall

Sein Gehirn
fühlt auf der Zunge Gift
zuhause macht er voll Hoffnung
den Gasbrenner auf

Und er behauptet
ich habe das von euch erfahren
zeilenweise
dass ich ein fröhlicher Bursche bin
und in der Stadt herumlaufen kann
sogar allein
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